Ausblick | Finanzbericht 2016

Finanzbericht 2016
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Finanzbericht 2016 Jahresabschluss

Ausblick

Konjunkturelle Entwicklung

Die deutsche Wirtschaft hat im ersten Quartal 2017 deutlich zugelegt. Sowohl die Stimmungsindikatoren als auch die Wirtschaftsdaten bieten ein positives Bild. Die Industrieproduktion stieg kräftig an, und die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe ist außerordentlich optimistisch: Der ifo-Geschäftsklimaindex für die Branche erreichte das höchste Niveau seit Sommer 2011. Dies deutet, ebenso wie die in den vergangenen Monaten kräftig gestiegenen Auftragseingänge, darauf hin, dass die lebhafte Industriekonjunktur vorerst anhalten dürfte.

Im Einklang damit dürfte auch der private Konsum aufgrund der günstigen Arbeitsmarktentwicklung und der guten Stimmung der Verbraucher als wichtige Wachstumsstütze erhalten bleiben. Allerdings ist die Wachstumsdynamik in Nordrhein-Westfalen zuletzt oft deutlich hinter den gesamtdeutschen Trend zurückgefallen. Insgesamt rechnet das Erzbistum Köln damit, dass das Kirchensteueraufkommen auch 2017 mit einer Zuwachsrate von 2,9 Prozent weiter steigt.

Entwicklung der Katholikenzahl

Die Katholikenzahl im Erzbistum Köln ist 2016 mit 1.992.964 Personen erstmals unter die Zwei-Millionen-Grenze gefallen. Wesentlicher Grund für den fortgesetzten Rückgang der Mitgliederzahl ist die demografische Entwicklung. Jedes Jahr sterben mehr Katholiken, als durch die Taufe neu in die Kirche aufgenommen werden. Darüber hinaus verlassen Menschen durch Austritt die katholische Kirche. 2016 waren dies im Erzbistum Köln 13.583 Personen (2015: 14.657). Das entspricht einer Quote von 0,68 Prozent (2015: 0,73 Prozent). Die Zahl der Austritte liegt deutlich unter den Vorjahreswerten, aber über dem langjährigen Mittel. Für 2017 erwartet das Erzbistum Köln einen weiteren Rückgang der Katholikenzahl um etwa 1 Prozent. Gegenüber der demografischen Komponente des Sterbeüberschusses können sinkende Austrittszahlen und ein positiver Saldo aus Fort- und Zuzügen den Mitgliederrückgang dämpfen.

Hinsichtlich der Entwicklung der Seelsorge in den Kirchengemeinden wird die Einführung der Verwaltungsleitungen in den Seelsorgebereichen fortgesetzt. Dies dient einer weiteren Entlastung des pastoralen Personals von Verwaltungsaufgaben, um auf diesem Weg die Seelsorge zu stärken. Gleichzeitig verfolgt die Reorganisation der Rendanturen das Ziel, die Zahl der heute 14 Rendanturstandorte deutlich zu reduzieren.

Wirtschaftsplan 2017

Im Vergleich zum Wirtschaftsjahr 2016 sieht das Erzbistum Köln für das laufende Jahr um etwa 1,8 Prozent höhere Aufwendungen vor. Die geplanten Aufwendungen aus Zuweisungen und Zuschüssen liegen mit 367 Mio. Euro auf dem Niveau von 2016, bei den Personalaufwendungen liegt der Planansatz mit 319 Mio. Euro etwa 10 Mio. Euro unter dem Planansatz des Vorjahres, was vor allem aus der Kalkulation der Zinsänderungsaufwendungen resultiert.

Bei den sonstigen Aufwendungen liegt der Planwert 2017 mit 143 Mio. Euro rund 17 Mio. Euro höher als der Vorjahreswert, was wesentlich aus der Fortsetzung von Projekten folgt, die 2016 nicht umgesetzt werden konnten, sodass sich der geplante Aufwand nach 2017 verschiebt.

Das Finanzergebnis 2017 wird in Höhe von 19,9 Mio. Euro kalkuliert und liegt damit geringfügig unter dem Plan für 2016. Grund hierfür ist die Annahme einer weitgehend unveränderten Kapitalmarktsituation mit weiterhin sehr niedrigen Zinsen.

Der Wirtschaftsplan 2017 schließt mit einem geringen Jahresfehlbetrag. Im Wirtschaftsjahr 2017 ist ein Investitionsvolumen von rund 36,9 Mio. Euro geplant. Dies ist eine Reduzierung um knapp 16,3 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahresplan.

Das Erzbistum Köln verfolgt eine vorsichtige Finanzpolitik, um absehbaren Entwicklungen rechtzeitig Rechnung zu tragen. Gleichzeitig ist es darauf bedacht, Handlungsfähigkeit bei aktuellen Entwicklungen und kurzfristigen Herausforderungen zu gewährleisten. Die Aufnahme und Integration vieler Flüchtlinge fordert das Erzbistum Köln, wie bereits in den Vorjahren, in praktischer, organisatorischer und finanzieller Hinsicht. Diese Aufgabe wird nicht kurzfristig zu bewältigen sein, sie wird die Kirche im Erzbistum Köln auch in den kommenden Jahren beanspruchen.