Werkstattgespräch Bildungscampus

Werkstattgespräch

Ideen der Menschen vor Ort als Fundament

Köln. Die ersten Steine für den Bildungscampus, den das Erzbistum in Köln-Kalk realisieren möchte, sind gesetzt: Beim Werkstattgespräch am Freitag, 30. November, im ehemaligen Klarissenkloster Kalk fügten Bürger und Vertreter von Institutionen aus dem Stadtteil gemeinsam mit dem Projektteam des Bildungscampus symbolisch grundlegende Bausteine der neuen „Schule für alle“ zusammen.

Die Basis bildeten sechs „Eckpfeiler

Die Basis bildeten sechs „Eckpfeiler“, die das Projektteam aus den bisher in den Gesprächen gesammelten Ideen zusammengestellt hatte. Diese sollen bei der Ausgestaltung und Umsetzung des Projekts als Orientierung dienen:

·„Vielfalt annehmen und gestalten“
eine Schule im und für den Stadtteil. Dieser Leitsatz fasst sowohl pädagogische Überlegungen für den Unterricht und den Schulalltag als auch Ideen für sinnvolle Kooperationen mit externen Partnern zusammen.

·„Kinder an die Hand nehmen von Anfang an“
Das bedeutet, dass mit Hilfe des Bildungscampus und den zugehörigen Partnern junge Menschen insbesondere an den wichtigen Übergangspunkten von der KiTa zur Grundschule, von der Grundschule in die Gesamtschule und von der Schule in den Beruf intensiv begleitet werden. Dazu dienen beispielsweise klassenübergreifende Projekte zwischen Grundschule und Gesamtschule, die auf den Übergang von einer in die andere Schulform vorbereiten. Und auch vorschulische Angebote sollen in den Blick genommen werden. Auf diese Weise sollen die Kinder Orientierungshilfe bekommen und das Risiko von Brüchen in der Entwicklung verringert werden.

·„Alle kommen an ihr Ziel“
Dieses Motto steht für die Schaffung von individuellen Lernwegen, die sich an den Interessen und Talenten eines jeden Kindes orientieren.

·„Bildung und Leben“
nimmt die Ganztagsbildung in den Blick: Schule und Übermittagsbetreuung sollen nicht einfach nur nebeneinander existieren, sondern gemeinsame Bildungs- und Erziehungsziele verfolgen. So soll insgesamt die pädagogische Qualität gesteigert werden. Darüber hinaus soll die Schule bewusst als Lern- und Lebensraum wahrgenommen werden.

·„Ein Netzwerk für jedes Kind und seine Familie“
Im Zentrum stehen hier die Möglichkeiten der pädagogischen Unterstützung, die mit Hilfe von lokalen Partnern über den Schulalltag hinaus geschaffen werden. Die Sonderpädagogen der Schule koordinieren dabei das Netzwerk der Angebote, zum Beispiel im Bereich Schulpsychologie oder der ambulanten Hilfen. Zum anderen soll bewusst das familiäre Umfeld der Kinder angesprochen werden, beispielsweise mit einem Elterncafé in der Schule. Dort könnten sich Eltern austauschen, Kontakte knüpfen und sich professionell beraten lassen. Bei Bedarf können für Eltern von Kindern mit Migrationshintergrund Dolmetscher hinzugezogen werden oder ein Sprachlernangebot für Eltern geschaffen werden. Darüber hinaus gibt es Überlegungen,schon Vorschülerinnen und Vorschüler in enger Kooperation mit den Kindertagesstätten in Deutsch zu fördern.

·„Gemeinsam im Stadtteil Schule machen“.
Der Stadtteil soll die Schule als lebendige Bereicherung verstehen. So könnte die musikalische Erziehung den örtlichen Vereinen zugutekommen, beispielsweise im Karneval. Denkbar sind auch Kooperationen im sportlichen Bereich. Es soll zudem aktive Kooperationen mit den anderen Schulen des Stadtteils geben.

Werkstattgespräch - Die ersten Bausteine für den Bildungscampus

Diskussion

Aufbauend auf diesen Eckpfeilern diskutierten die Teilnehmer noch fehlende Bausteine, die notwendig sind, damit die neue Schule vor Ort auch wirklich funktioniert und den Bedürfnissen des Stadtteils gerecht wird. Die Ideen der Menschen vor Ort bilden damit das Fundament, auf dem der Bildungscampus steht.

 

Dr. Bernadette Schwarz-Boenneke

Dr. Bernadette Schwarz-Boenneke, Leiterin der Hauptabteilung Schule/Hochschule im Erzbischöflichen Generalvikariat freute sich über die positive Resonanz auf das Gesprächsangebot: "Wir sind gekommen, um zuzuhören, um herauszufinden, was es schon gibt, was schon gut läuft aber auch um zu hören was vielleicht noch fehlt. Nur wenn wir hier ins Gespräch kommen, können wir mit der Schule wirklich Teil des Stadtteils werden"

Die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Dr. Tanja Gross

Die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Dr. Tanja Gross, begrüßte die Initiative des Erzbistums: "Eine breite Beteiligung kann dazu führen, dass die Bürger in Kalk das Vorhaben mit Akzeptanz und Neugier begleiten" Sie hoffe auf einen weiteren regen Austausch und eine gute Zusammenarbeit.

 

Dialog

Um für den Dialog mit den Kooperationspartnern und Nutzern auch in Zukunft eine stabile Plattform zu haben, wurde auf der Veranstaltung außerdem die Bildung einer Interessensgemeinschaft angeregt. Mit ihren Ideen und Ratschlägen soll die neue Vereinigung perspektivisch die Integration der neuen Schule in den Stadtteil fördern.

PEK-aktuell vom 30.11.2018

www.erzbistum-koeln.de/bildungscampus