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Familienbewegung mit theresianischer Spiritualität

  • 20.09.18 12:04
  • Lars Schäfers
  •   Im Auftrag des Herrn

Die Bewegung trägt ihren heutigen Namen erst seit 2010. „Der Jugend 2000 fühlen wir uns auch weiterhin verbunden. Aber aus den damals Jugendlichen sind inzwischen Erwachsene geworden, die eigene Familien gegründet haben. So entstanden die ersten Überlegungen zu familienorientierten Angeboten“, beschreibt Anne Holland, Mitglied der Koordinierungsversammlung der Bewegung, den Beginn der Ausgründung. Das „Theresianische“ rührt indes aus der Begeisterung ihres Diözesanpräses Pfarrer Klaus-Peter Vosen für die heilige Thérèse von Lisieux. Die Unbeschuhte Karmelitin aus Frankreich, die 1897 mit nur 24 Jahren verstarb, wurde später nicht nur heiliggesprochen, sondern auch zur Kirchenlehrerin ernannt. Bekannt ist sie für ihren sogenannten „kleinen Weg“ der Liebe: Es handelt sich um eine Spiritualität, bei der das Bewusstsein für die eigene Gotteskindschaft und ein tiefes Vertrauen dem himmlischen Vater gegenüber im Zentrum steht. Es geht um Hingabe an Gott und an die Mitmenschen, die sich gerade in den alltäglichen, kleinen Dingen, Gesten und Begegnungen ausdrückt.

Familie als Vorbild

So kam es 2010 zur Umbenennung der neuen Bewegung, die auch die Eltern der heiligen Thérèse, die 2015 heiliggesprochenen Zélie und Louis Martin, in ihre Verehrung miteinbezieht. „Unter der Leitung unseres Präses haben wir bereits mehrere Wallfahrten nach Lisieux unternommen, um Theresia und ihren Eltern ganz nahe zu sein und die Orte ihres Wirkens kennenzulernen. Dies ermöglichte uns einen sehr persönlichen Bezug zu diesen Heiligen, die uns in unserer Bewegung Vorbild sind, den Alltag zu heiligen.“ Auch der Zusatz „Omnia Christo“ hat eine Bedeutung, und zwar eine mehrfache: „alles für, durch und mit Christus“, erklärt Holland. Beichttage für Familien, Familienwochenenden, Familienwallfahrten: Bei so viel Familienorientierung scheint die Bewegung auf den ersten Blick nichts für Alleinstehende zu sein. So seien sie zwar willkommen, fühlen sich aber bei den Familienangeboten eher nicht angesprochen, weiß man in der Bewegung. Trotzdem will die Theresianische Familienbewegung auch ihnen etwas anbieten: „Es gibt monatlich einen „Glaubenstreff“ von Jugendlichen und einen Themenabend („inforo“) für junge Erwachsene, bei denen überwiegend Alleinstehende zusammenkommen. Auch zu den Treffen der Gruppe Louis und Zélie kommen immer wieder Alleinstehende, deren Partner beispielsweise bereits verstorben sind“, weist Anne Holland auf diejenigen Angebote hin, die auch für Singles offenstehen.

In guten und schlechten Zeiten

Letztlich weiß die Gemeinschaft, dass der gemeinsam gelebte Glaube immer wieder auch neuer Impulse bedarf. „Als Theresianische Bewegung Omnia Christo dürfen und wollen wir nicht stehen bleiben, sondern müssen mit unserem Glaubensleben und unseren Angeboten in Bewegung bleiben und immer wieder auf andere Menschen zugehen“, sagt Holland, „so gibt es erste Überlegungen, nach dem Reliquienbesuch die Eltern der heiligen Thérèse noch mehr in den Blick zu nehmen und besonders für Eheleute stärkende Impulse zu geben, die in guten und besonders in den schlechten Zeiten sehr wertvoll sein können“.

AdventsZeit 2018 (c) Robert Boecker

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