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Möge die Macht mit Dir sein

  • 28.11.17 21:58
  • Martin Mölder
  •   Kurz und Knapp

Weiß und schwarz sind die beherrschenden Farben dieses Science-Fiction-Welterfolges mit vielen religiösen Bezügen: Auch in den insgesamt jetzt acht Star-Wars-Filmen des Produzenten George Lucas geht es um eine jahrhundertealte Prophezeiung. Danach wartet die Menschheit auf einen Auserwählten, der das gestörte Gleichgewicht der Macht wiederherstellen kann. Die gute und die dunkle Seite der Macht. Das zentrale Thema der Star Wars-Filme mutet stark den Bildern von Himmel und Hölle, Gott und Teufel an, die nicht nur die Bibel vermittelt. George Lucas hat das einmal so beschrieben: „Wenn Gut und Böse vermischt werden, verschwimmen die Dinge – es gibt nichts zwischen Gut und Böse, alles ist grau. In jedem von uns herrscht ein Gleichgewicht dieser Gefühle, und in Star Wars ist das Gleichgewicht zwischen allem der wichtigste Faktor. Es ist gefährlich, wenn dieses Gleichgewicht verlorengeht.“

Maria als Vorbild?

Der vermeintlich Auserwählte Anakin Skywalker wird nach Aussagen seiner Mutter ohne Mann gezeugt und so jungfräulich geboren wie auch Jesus. Aber auch andere Analogien ähnlich wie im Film „Matrix“ vor allem zur christlichen und buddhistischen Religion drängen sich förmlich auf. So erinnert der wichtigste und am häufigsten formulierte Satz der insgesamt Star Wars-Filme: „Möge die Macht wird mit dir sein“ stark an eine Art Segen und das „Fürchte dich nicht“, das ähnlich häufig im Neuen Testament vorkommt. Star Wars betont das zerstörerische Wesen von Zorn und Hass, ähnlich wie das der Buddhismus formuliert. Und Jedi-Meister Yoda wirkt gerade wenn er meditiert und das tut er oft wie ein buddhistischer Zen-Meister, auch wenn er sagt: „Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite: Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid“.

Religiöse Analogien

Aber auch Elemente der Stoa und des Daoismussind neben buddhistischen Elementen in den Star Wars-Blockbustern erkennbar, da Vernunft und Selbstbeherrschung statt Leidenschaft und Begierde betont werden. Trotzdem greifen auch die Jedi zu Waffen, ihren Laserschwertern. Hier ähneln sie dem Kampforden der Shaolin. Die Jedi tragen braune Kutten ähnlich wie Franziskanermönche. Manche Filmexperten haben sie schon als Mischung aus Shaolin-Mönch und Kreuzritter bezeichnet. Für viele ist deshalb die Star Wars-Saga mehr als eine Filmreihe, fast schon eine Art Ersatzreligion. Manches wird aber auch überinterpretiert, denn im Gegensatz zu den Wachowski-Brüdern, die religiöse Bezüge in ihrem Film „Matrix“ bewusst verwendet haben, wurde auch George Lucas einmal gefragt: „Erheben sie mit Star Wars den Anspruch einer neuen Religion?“ Daraufhin antwortete der Star-Produzent: „Nein. Ich wollte, dass die Zuschauer sich unterhalten und Spaß haben!“ So einfach kann es auch sein.

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