(c) Kirchengemeinde Benrath

Schwarze Mutter Gottes in Benrath

  • 09.07.18, 15:15
  • Jan Sting
  •   Glaubensmagnete

Die schwarze Muttergottes von Benrath, das Gnadenbild wird in der Pfarrkirche St. Cäcilia aufbewahrt. Die meisten Besucher der Muttergottes zünden hier ein Opferlicht an, danken, beten, hoffen und schaffen ihrer Verzweiflung, Freude oder Sehnsucht mit dem Opferlicht Ausdruck. Regelmäßig Anfang Oktober wird die Schwarze Muttergottes seit Jahrhunderten in einer Wallfahrtswoche geehrt, die mit der Marienfeier auf der Südterrasse des Schlosses Benrath endet. In einer stimmungsvollen abendlichen Lichterprozession geht es rund um den Spiegelweiher zurück in die Pfarrkirche des Dorfs. Und hier begann auch die Geschichte des Gnadenbilds. Der Sage nach erzählten die Benrather von einer Marienerscheinung und einem ihnen unerklärlichen Gesang im Wald im Bereich des heutigen „Schwarzen Wegs“ zwischen der Hildener Straße und Urdenbach.

Geburt eines Wallfahrtortes

Pfalzgraf Philipp Wilhelm und seine Frau Elisabeth Amalie Magdalene, beide dem katholischen Glauben stark verbunden, ließen an der Stelle 1677 eine Kapelle für das Gnadenbild errichten. Es kam als Kopie der Marienstatue im schweizerischen Einsiedeln nach Benrath. Ein neuer Wallfahrtsort war geboren. Bis ins 19. Jahrhundert hinein zog an Mariä Heimsuchung eine Prozession von der Düsseldorfer St.-Lambertus-Kirche zur schwarzen Muttergottes in Benrath. Während der Säkularisation erhielt die „schwarze Kapelle“ eine profane Bestimmung als Soldatenkneipe und wurde später abgerissen. Das Gnadenbild konnte gerettet werden, indem es von Patres rechtzeitig vergraben wurde.

Nicht immer schwarz

Der Grundstein der ehemaligen Kapelle, der Ende der 1950er Jahre gefunden wurde, kann heute in der Marienkapelle der Pfarrkirche St. Cäcilia besichtigt werden. Als rußgeschwärzt wird das Benrather Gnadenbild beschrieben. Doch der Kölner Brauchtumsforscher Manfred Becke-Huberti führt für die schwarze Farbe der Madonna noch weitere Theorien an. Womöglich steckte Absicht dahinter, dass solche Plastiken angestrichen worden seien. Oder, das Holz war dunkel und wurde nachgedunkelt. Das Phänomen der Schwarzfärbung trat im 13. Jahrhundert auf. Vorher gab es keine schwarzen Madonnen. Im Hohelied Salomons (Hld 1,5) heißte es „Nigra sum sed formosa - Ich bin dunkel aber schön“.

AdventsZeit 2018 (c) Robert Boecker

Lesen Sie hier die aktuelle Ausgabe der AdventsZeit 2018.

Zur AdventsZeit 2018 »