(c) Robert Boecker

Taufe: Der Herr ruft Dich beim Namen

  • 10.09.18, 09:24
  • Elena Stötzel
  •   Kurz und Knapp

Christa und Michael haben sich als Teenager im Ferienlager kennengelernt und verliebt. Viele gemeinsame Interessen wie das Gesellschaftstanzen, mit Freunden Billard spielen, ihr ehrenamtliches Engagement in der Katholischen Landjugendbewegung und in der Gemeinde verbindet sie. Vor drei Jahren haben sie geheiratet. Am 29. Oktober 2015 ist ihr Sohn Benjamin zur Welt gekommen. Dass Benjamin getauft werden soll, war für beide selbstverständlich. Dann aber ist Michaels Vater gestorben, sodass sie die geplante Taufe verschoben haben. Später fanden sie den für sie perfekten Tauftermin: An seinem ersten Geburtstag wurde Benjamin in Keldenich, einem Stadtteil von Wesseling, getauft. Die Umstände, weshalb Benjamin erst später getauft wurde, sind für die Familie schrecklich. Heute sind sie aber froh, dass sie mit der Taufe länger als geplant gewartet haben. „Benjamin hat im Alter von einem Jahr mehr von der Taufe mitbekommen, auch wenn er während der Tauffeier viel geschlafen hat“, erzählt Michael. Christa erinnert sich, dass Benjamin wach wurde, als ihm der Diakon während der Taufe das geweihte Wasser das erste Mal über das Köpfchen gegeben hat. Das war für die junge, gläubige Familie ein ganz besonderer Moment, dass durch das geweihte Wasser alles Belastende abgewaschen wird.

Kind Gottes werden

Der Tag von Benjamins Taufe war ein ganz besonderer Tag. Christa und Michael haben sich im Vorfeld viel mit der Taufe beschäftigt. Benjamin sollte in ihrer Heimatgemeinde St. Andreas in Wesseling getauft werden, wo beide aufgewachsen sind und bereits getraut wurden. Beheimatung ist der Familie wichtig und dass ihr Sohn genau hier in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen wird. Sie wünschen sich, dass sie an diesem Ort wohnen bleiben werden, damit auch ihre Kinder Heimat in dieser Gemeinde erleben können. Im Taufgespräch haben sie  gemerkt, dass für sie die Vorbereitungen rund um die Taufe wohl komplizierter würden als für die kirchliche Trauung. Damals waren sie sich schnell einig. Die Gestaltung des Taufhefts hingegen fiel ihnen schwerer, sagen sie: „Was soll alles drinstehen? Wie soll der Taufspruch sein? Welche Lieder sollen gespielt werden? Und wer sollen die Taufpaten sein?“ Hier haben sie besonders lange überlegt. Beide haben eine Liste geschrieben, wen sie sich vorstellen können.

Große Verantwortung für die Paten

Wichtig war ihnen, dass es einen Taufpaten und eine Taufpatin gibt, und dass eine Person aus Christas und eine aus Michaels Familie oder Freundeskreis kommt. Und natürlich soll der Kontakt untereinander für immer halten.  Die Personen sollen für Benjamin da sein, falls ihnen beiden etwas zustößt. Und mindestens ein Pate muss katholisch sein. Das war gar nicht so leicht, erzählen die beiden. Viele in ihrem engen Bezugsfeld sind nicht Mitglied einer Kirche. Sie sind froh, dass sie dann aber die für sie richtigen Taufpaten gefunden haben – Michaels Schwester und Christas Cousin. Der christliche Glaube gehört für die Familie zu ihrem Leben, ihr Kind selbstverständlich liberal katholisch erziehen zu können. Heute lebt die Familie bereits zu viert. Ihr zweiter Sohn Jonas ist vor drei Monaten geboren worden. Auch er soll getauft werden, wenn er ein Jahr alt ist. Christa und Michael wollen dann eigentlich alles wieder so machen wie bei Benjamins Taufe. Nur das Taufheft wollen sie etwas anders gestalten.

AdventsZeit 2018 (c) Robert Boecker

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